By Reiner Krieglmeier

Mit der Einführung der Pflegeversicherung in das deutsche Sozialversicherungssystem wurde eine politische Entscheidung zur Absicherung des Pflegefallrisikos getroffen. Doch die Ent-scheidung für eine Sozialversicherungslösung und somit für die Finanzierung nach dem Um-lageverfahren durch einkommensabhängige Beiträge trägt nicht dazu bei, dem Versicherten den Zusammenhang zwischen der Beitragszahlung und der jeweiligen Pflegeversicherungsleistung verständlich zu machen. Diese paintings Finanzierung führt vor allem auf dem Arbeits- und Kapitalmarkt zu verzerrenden Effekten. Auf der foundation einer Bestandsaufnahme der Pflegesituation in Deutschland analysiert Reiner Krieglmeier die allokativen und distributiven Wirkungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Darüber hinaus untersucht der Autor die politökonomischen Anreize, die trotz der gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen (hohe Sozialabgaben, mangelnde internationale Wettbewerbs-fähigkeit und steigende Arbeitslosigkeit) zur Einführung der Pflegeversicherung führten. Aus den Ergebnissen der examine leitet er schließlich die politische Dominanz der Sozialversicherungslösung ab und zeigt außerdem die damit verbundenen Gefahren für die nachfolgenden Generationen auf.

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Die hier vorgelegte Studie stellt ein m. E. besonders interessantes Teil­ ergebnis von umfassenden Forschungen über den Prinzen Eugen von Savoyen und damit eine Vorarbeit und zugleich Entlastung für dessen Biographie dar, die ich in absehbarer Zeit abzuschließen hoffe. Ich mächte schon diese Gelegenheit benutzen, um sowohl der Deut­ schen Forschungsgemeinschaft als auch der Leitung und den Beamten des Wiener Haus-, Hof-und Staatsarchivs für die Ermäglichung und Unter­ stützung meiner Forschungen über den Savoyer aufrichtigen Dank zu sagen.

Der Klimawandel: Sozialwissenschaftliche Perspektiven

Die sozialwissenschaftliche Forschung zu Klimaschutz (Mitigation) und Anpassung (Adaptation) an mögliche Folgen des Klimawandels befindet sich noch in ihren Anfängen. Grundlagenforschung ist ebenso erforderlich wie anwendungs- bzw. handlungsorientierte Forschung. Dieser Band vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt der sozialwissenschaftlichen Klimawandelforschung.

Demenzbegleiter: Leitfaden für zusätzliche Betreuungskräfte in der Pflege

Der Begleiter für BegleiterMit alten Menschen Musik hören, spazieren gehen, im Garten arbeiten - wer hat dazu heute schon Zeit? Doch Demenzkranke zu begleiten, ist eine große psychische und physische Herausforderung – für ehrenamtlich Tätige wie für professionell Pflegende. In diesem Leitfaden finden Begleiter von demenzkranken Menschen und Teilnehmer der Fortbildung kurz, knapp und leicht verständlich die wichtigsten Grundlagen, um demenzkranken Menschen zu helfen, ihren Alltag zu bewältigen.

Die Unsachlichkeit der Existenzphilosophie: Neun kritische Aufsätze

Ich mochte denkend den Weg zu GOETHES Naturauffassung bahnen, oder genauer, ich mochte mich mit GOETHES Gedanken iiber Vernunft und Natur vertraut machen und iiberlegen, ob ich dabei nicht auch zu Einsich ten komme, die ich mir verbindlich aneignen dar . Dieser Absicht kann guy entgegenhalten, daB GOETHES Naturauf fassung ein Teil seiner Weltanschauung ist, daB diese Weltanschauung weder aus der Epoche, in welcher sie entstand, noch aus der Welt des Dichters, in der sie sich bildete, gelost werden darf und daB wir diese in sich geschlossene Gestalt nur in hermeneutischem Bemiihen um das Erlebnis, aus dem sie erbliihte, verstehen und als Gestalt in der Geschichte des Gei stes uns aneignen konnen.

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1981), S. 392. -W. (1980), S. 242 ff. 14 Buchholz, W. und W. Wiegard (1991). 11 12 50 liegen, erhält er im Pflegefall Leistungen durch die Sozialhilfe. Das Risiko fiir den einzelnen beschränkt sich somit auf denjenigen Teil der Pflegekosten, den er selbst tragen kann. Den Rest der Kosten müssen andere durch die Sozialhilfe übernehmen. Die Wahrscheinlichkeit, daß die Kosten im Schadensfall das Vermögen eines Individuums übersteigen können, führt im allgemeinen dazu, daß sich das Individuum trotz Risikoaversion nicht versichert.

Und G. Reh (1992), S. 30. Vgl. Statistisches Bundesamt (1990). Es ist anzunehmen, daß besonders bei Ledigen und Verwitweten familiäre Pflege durch den Aufenthalt im Heim ersetzt wird. Dabei müssen erhebliche finanzielle Mittel fiir die Heimkosten aufgebracht werden. Tabelle 4: Geschlecht Familienstand männlich Anzahl ledig verheiratet verwitwet geschieden insgesamt % weiblich Anzahl % zusammen Anzahl % 31012 38 64531 23 95543 27 13590 17 12989 5 26579 7 27929 35 189128 67 217057 60 8284 10 14026 5 22310 6 80815 100 280674 100 361489 100 Pflegebedürftige nach Familienstand und Geschlecht; Quelle: Krug, W.

Und G. Reh (1992), S. 57. 2. Kostenträger der Heimpflege Sieht man von Subventionen ab, die Heimen mit öffentlichen oder gemeinnützigen Trägem zugute kommen, trägt die Kosten der Heimpflege derjenige, der den Pflegesatz zu bezahlen hat. Im Status quo ante kommen dafiir der Pflegebedürftige selbst, seine Angehörigen oder die Sozialhilfe in Frage. Wobei aufgrund der Subsidiarität auch eine Aufteilung der Kosten, soweit sie nicht voll vom Pflegebedürftigen selbst getragen werden können, möglich ist.

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